Xavier Naidoo spricht von "Kinderfressern" und "Menschenfressern" bei Berlin-Demo

upday.com 1 час назад
Der umstrittene Soul-Musiker Xavier Naidoo, hat bei einer Demo in Berlin mit Aussagen zu «Menschenfressern» irritiert. (Archivbild) Rolf Vennenbernd/dpa

Soul-Star Xavier Naidoo hat kurz nach seinem Comeback mit umstrittenen Aussagen bei einer Demonstration in Berlin für Irritationen gesorgt. Der 54-Jährige aus Mannheim sprach vor dem Bundeskanzleramt von «Menschenfressern» und «Kinderfressern» – Äußerungen, die der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg als radikalisierend bewertet und mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft.

Bei der Demonstration "Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen" bezog sich Naidoo auf die sogenannten Epstein-Akten. Diese betreffen Dokumente zum Missbrauchsring des US-Finanziers Jeffrey Epstein, der 2019 in Haft starb. «Wir reden von Menschenfressern», sagte der Musiker. «Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys.»

Auf Fragen von Teilnehmern und Reportern wurde Naidoo noch drastischer: «Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben.» Er behauptete zudem: «Ich bin mir sicher, wir haben alle schon Menschenfleisch gegessen, ja. Ja. Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen.»

Antisemitismusbeauftragter warnt vor Radikalisierung

Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter von Baden-Württemberg, reagierte deutlich auf Naidoos Wortwahl. «Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe "Kinderfresser" und "Menschenfresser" als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen», warnte er. Dies sei «sehr gefährlich».

Blume verwies auf Naidoos Vergangenheit: «In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie "Tothschild" die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet.» Hinter Begriffen wie "Kinderfresser" steht ein jahrhundertealter antisemitischer Verschwörungsmythos, der Juden vorwirft, Kinder für rituelle Zwecke zu töten.

Comeback nach Entschuldigung

Die neuen Aussagen kommen nur Wochen nach Naidoos Comeback im Dezember. Bei einem Konzert in Köln verkaufte er 16.000 Tickets, Ende Januar erschien seine erste Single seit 2019. Zuvor hatte er sich im April 2022 in einem Video von extremen Positionen distanziert. Er sei von Verschwörungserzählungen «geblendet» gewesen, sagte er damals und zog sich von großen Bühnen zurück.

Naidoo hat eine lange Geschichte mit Verschwörungstheorien. Er verbreitete Inhalte der US-QAnon-Ideologie, die behauptet, Kindern werde in satanischen Ritualen Blut entzogen. Zudem vertrat er die Ansicht, die Erde sei nicht rund.

Gerichtsverfahren anhängig

Gegen Naidoo laufen zwei Verfahren wegen Volksverhetzung vor dem Landgericht Mannheim. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über einen Telegram-Kanal Inhalte mit Holocaust-leugnenden und antisemitischen Merkmalen verbreitet zu haben. Ob es zu einer Hauptverhandlung kommt, war im Januar noch unklar. Naidoos Anwälte bestreiten die Vorwürfe und betonen seine Unschuld.

Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den neuen Aussagen. Ein Video der Demonstration ist auf Youtube verfügbar.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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