An sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi heute und morgen zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind die Unikliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster. Die Aktionen sind Teil bundesweiter Proteste im Tarifstreit für Landesbeschäftigte. Patienten müssen mit massiven Einschränkungen rechnen – viele Operationen, vor allem planbare Eingriffe, werden abgesagt.
Die Streiks treffen knapp eine Million Landesbeschäftigte bundesweit und haben Auswirkungen auf insgesamt rund 3,2 Millionen Menschen, darunter Beamte und Versorgungsempfänger. Notdienste bleiben durch spezielle Vereinbarungen zwischen den Unikliniken und Verdi bestehen. Akutfälle werden weiterhin behandelt.
Fronten verhärtet
Verdi fordert sieben Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer Mindeststeigerung von 300 Euro monatlich. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder unter Leitung von Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, lehnt dies als «unbezahlbar» ab. Sie schätzt die Kosten auf 12,6 Milliarden Euro.
Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Lohnerhöhung knapp oberhalb der erwarteten Inflation über 29 Monate vor. Verdi bezeichnete dies als «Schnaps oberhalb der Inflation».
Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeber scharf
Die Stimmung unter den Beschäftigten ist angespannt. Katharina Schwabedissen, Verdi-Expertin in Essen, sagte: «Die Wut der Beschäftigten ist groß.» Bei vorherigen Streiktagen am Uniklinikum Essen musste etwa jede zweite planbare Operation verschoben werden.
Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi NRW, kritisierte: «Am Verhandlungstisch fehlt bislang jede erkennbare Anerkennung für die Arbeit der Beschäftigten.» Er betonte: «Wer Spitzenmedizin erwartet, muss auch Spitzenarbeitsbedingungen bieten. Es ist nicht vermittelbar, dass Beschäftigte an Universitätskliniken schlechter bezahlt werden sollen als in kommunalen Krankenhäusern.»
Ausweitung auf Schulen und Verwaltung
Am Donnerstag weiten sich die Streiks aus. Dann ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit zu Warnstreiks an allen Schulen auf. Verdi plant zudem Aktionen in Teilbereichen der Unikliniken, an Universitäten, Bezirksregierungen und anderen Landesverwaltungen. Das Schulministerium rät Eltern, Informationen der Schulen zu verfolgen. Beamtete Lehrkräfte dürfen nicht streiken und bleiben im Dienst.
Die Tarifverhandlungen werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt. Die zweite Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar brachte keine Annäherung.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.













